Holger Schmidt-

anspruchsvolle

Fotografie


seit der Neugestaltung der Homepage am 25.11.06

Statement: Kompakt- oder Spiegelreflex?
Sonnenuntergang am Mittelmeer (IXUS 400)
Tempelruine (IXUS 400)
Mittelmeer-Küste (IXUS 400)

Obige Bilder wurden mit einer Kompaktkamera “Canon IXUS-400” mit 4 Megapixeln aufgenommen.

 

Mehrfach bin ich schon gefragt worden: Welche Kamera soll ich mir kaufen? Die Antwort auf diese Frage fällt abhängig von den fotografischen Voraussetzungen und Ambitionen des Fragenden sehr unterschiedlich aus. Ohne konkrete Kameratypen zu empfehlen, kann ich doch den einen oder anderen Rat geben. Eine analoge Kamera dürfte nur noch für die wenigsten in Frage kommen, daher die nachfolgenden Betrachtungen nur zu Digitalkameras. Das zur Zeit unglaublich breite Spektrum an Kameratypen kann in Klassen unterteilt werden::

  • Handy-Kameras sind bei ausreichendem Licht für Schnappschüsse, die am Handy bzw. ausbelichtet auf 10 x 15 cm betrachtet werden inzwischen durchaus geeignet. Die extrem kleinen Sensoren erfordern sehr kurze Brennweiten, die z.B. bei Portraits zu einem unnatürlichen Bildeindruck führen. Die Sensoren rauschen erheblich. Das Bild ist aufgrund der sehr kurzen Brennweite (z.B. 5 mm) von vorne bis hinten scharf, ein Autofokus erübrigt sich damit oft.

 

  • Kompaktkameras sind für Otto-Normalfotografierer die optimale Lösung. Die Kameras überdecken eine weite Preisspanne und liefern Bilder sehr unterschiedlicher Qualität. Sie sind derzeit erhältlich bis zu 12 Megapixel Auflösung. Dieser Auflösung sind die kleinen Objektive nicht gewachsen. Gute digitale Kompakte sind für Urlaubs- und Erinnerungsfotos hervorragend geeignet. Ihre Schwäche ist begründet durch den kleinen Sensor, daraus resultiert die Unfähigkeit, Dinge fotografisch aus dem Hintergrund herauszulösen. Eine weitere Schwäche ist das bei erhöhter Lichtempfindlichkeit (Aufnahmen bei wenig Licht ohne Blitz) extrem ansteigende Rauschen, welches um so mehr ein Problem darstellt, je kleiner die Pixel sind. Mit steigender Auflösung nimmt also tendenziell das Rauschen zu. Dieses wird teilweise durch den kamerainternen Prozessor eliminiert, wodurch das Bild dazu neigt, “künstlich” auszusehen. Nur für Schnappschüsse geeignet sind die eingebauten lichtschwachen und rote Augen hervorrufenden Mini-Blitze. Diese Kameras sind handlich, aufgrund eingebauter Automatiken unkompliziert zu bedienen und mit verschiedenstem Design erhältlich. Auch wassergeschützte Kameras werden angeboten. Bei Kompaktkameras wählt man den Bildausschnitt teilweise noch über eingebaute optische Sucher, die bei Nahaufnahmen evtl. nicht den korrekten Bildausschnitt wiedergeben, aber auch bei grellem Tageslicht brauchbar sind, sowie über eine Live-Vorschau des Ausschnittes auf dem Kamera-Display. Diese Darstellung auf dem Kamera-Display erfolgt üblicherweise mit leichter Verzögerung. In letzter Zeit wurde bei vielen Modellen der optische Sucher zugunsten eines großen Displays wegrationalisiert. Alle relevanten Informationen werden auf dem Monitor eingeblendet. Die Preisspanne reicht von knapp 100 bis zu mehreren 100 Euro. Diese Kameras sind meistens nicht erweiterbar. Bei teuren Modellen läßt sich teilweise trotz zahlreicher Automatiken Einfluß auf die Belichtungsparameter nehmen. Die Objektive sind meistens Zoomobjektive vom leichten Weitwinkel bis zum mittleren Tele (z.B. 35 -  100 mm entsprechend Kleinbildkamera) Diese Kameras haben im allgemeinen hervorragende Makro-Eigenschaften. Diese Kategorie Kamera stellt über Kontrast-AF, der mit dem Signal des Kamera-Sensors arbeitet scharf. Die Einschalt-und Auslöseverzögerung (bis zu 1 Sekunde) verhindert oft “Action-Aufnahmen”. Kameras dieser Kategorie ermöglichen oft Video- und Tonaufnahmen (teilweise in HDTV). Die sinnvolle Obergrenze für die Auflösung liegt, was auch die Werbung sagen mag, bei ca. 6 Megapixeln, ab denen die Bildqualität wieder schlechter wird. Kompakt-Kameras finden in Jackentaschen Platz. Ihre Größe (insbesondere die Dicke) ist jedoch recht unterschiedlich

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  • Bridgekameras haben sowohl Eigenschaften von Spiegelreflex- wie auch von Kompaktkameras. Bei der typischen Bridgekamera sieht der Fotograf das Bild alternativ über das hinten, in vielen Fällen beweglich an der Rückseite der Kamera angebrachte Display oder durch ein Mini-Display, welches wie ein Sucher angeordnet ist und auch bei Sonnenlicht brauchbar bleibt. Der elektronische Sucher zeigt das Bild mit Verzögerung und stellt das Bild oft anders dar, als dieses dann auf der Speicherkatrte aufgezeichnet wird. Die Sensoren sind meistens größer als bei den einfachen Kompaktkameras. Mit dieser Kameraklasse sind hochwertige Aufnahmen möglich. Die Preisspanne dieser Kameraklasse liegt über  der Kompaktklasse, ist jedoch auch breit. Erweiterbar sind Bridgekameras durch Objektiv-Extender, die den Brennweitenbereich nach oben oder unten erweitern. Unter Umständen können auch externe Blitzgeräte angeschlossen werden.  Die Objektive überdecken oft einen riesigen Bereich (z.B. 28 - 400). Die Makrofähigkeit ist üblicherweise sehr gut. Viele dieser Kameras haben einen optischen Bildstabilisator, der das Verwackeln bei wenig Licht und langen Brennweiten reduziert.  Auch hier gibt es das Problem der Auslöseverzögerung. Auch diese Kameras sind für Video- und Tonaufnahmen geeignet. Bridge-Kameras werden oftmals in Gürtel-Taschen untergebracht.

 

  • Spiegelreflexkameras sind relativ unhandlich, aber dafür extrem erweiterbar (Objektive, Blitzgeräte, ..) Kompatibel sind nur Zusatzkomponenten, die für das entsprechende System konstruiert sind. Der Wert der Zusatzkomponenten übersteigt schnell den des Kamera-Bodys. Die Objektive mit gleichen technischen Daten für ein System unterscheiden sich erheblich in Preis und Qualität. Auch zahlreiche weitere Zusatzgeräte sind erhältlich. Bei neueren Kameras dieses Typs sind oft Videoaufnahmen in HDTV möglich. Obwohl auch diese Kameras Automatiken anbieten, entfaltet sich der volle Leistungsumfang erst über die Möglichkeit der manuellen Einflußnahme. Die Spanne der verfügbaren Erweiterungen wie z.B. Objektive ist immens. Der Bildausschnitt wird über den optischen Sucher erfaßt. Der Strahlengang verläuft durch das angesetzte Objektiv. Beim Auslösen klappt zuerst der Umlenkspiegel um bevor das Licht auf den Sensor fällt. Die Auslöseverzögerung ist bei digitalen Spiegelreflex-Kameras extrem kurz. Der Autofokus ist im allgemeinen extrem leistungsfähig. Diese Kameraklasse mit den relativ großen Sensoren. ermöglicht, die Schärfe nur auf das Bildmotiv zu legen, den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen zu lassen. Die Sensorgröße ist bei den meisten Modellen um den Crop-Faktor 1,3, 1,5, 1,6 kleiner als ein Kleinbildnegativ (24 x 36 mm). In letzter Zeit sind Spitzenmodelle verschiedener Hersteller auch mit Vollformat-Sensoren im Format eines Dias im Angebot. Diese großen Sensoren erlauben eine hohe Lichtempfindlichkeit bei geringem Rauschen sowie die Möglichkeit, gezielt die Schärfe zu setzen. Vollformat-Sensoren stellen sehr hohe Anforderungen an die eingesetzten Objektive. Schon Amateur-Spiegelreflex-Modelle bieten eine sehr hohe Leistungsfähigkeit. Die Profimodelle liegen meistens besser in der Hand, sind mechanisch robuster, in manchen Fällen wassergeschützt , besitzen einen leistungsfähigeren Autofocus und bieten eine höhere Bildfrequenz. Diese Kameraklasse erlaubt sehr hohe optische Leistungen. Eine sinnvolle Obergrenze bei sehr hochwertigen Objektiven dürfte bei 16-21 Megapixeln liegen. Neuere digitale Spiegelreflex-Kameras verfügen über einen “Live-View” genannten Modus, in dem man ähnlich einer Kompaktkamera den Bildausschnitt über das Display wählt. Der Sensor befindet sich bei hochgeklapptem Spiegel und geöffnetem Verschluß permanent im Strahlengang. Zur Scharfstellung wird in diesem Modus entweder der Verschluß kurzzeitig geschlossen, der Spiegel in den Strahlengang geschwenkt und über den normalen Autofokus scharf gestellt. Alternativ verfügen manche Modelle über die Möglichkeit ähnlich einer Kompaktkamera über einen Kontrast-AF nach den Daten des Kamerasensors scharf zu stellen. Spiegelreflexkameras werden üblicherweise in Umhänge-Kamera-Taschen bzw. in speziellen Rucksäcken mitsamt dem Zubehör transportiert.

 

  • Four-Thirds ist eine neue Kamera-Kategorie. Diese versucht Vorzüge von Spiegelreflex- mit denen kompakter Kameras zu verbinden. Unter Verzicht auf einen Spiegelkasten wird über einen elektronischen Sucher hoher Auflösung der Bildausschnitt festgelegt. Scharfgestellt wird über einen leistungsfähigen Kontrast-AF. Diese Kameras sind ein erweiterbares System. Verschiedene Objektive, Blitzgeräte,... verschiedener Hersteller sollten kompatibel sein. Es existieren sehr leistungsfähige aber auch teure Objektive. Das Micro-Four-Thirds-System versucht diese Vorzüge noch weiter auszubauen und ist nur über Adapter zu dem Vorgängersystem kompatibel. Der Crop-Faktor beträgt 2. Die Micro-Four-Thirds-Kameras sind nahezu so kompakt wie Kompaktkameras. Momantan ist die Verbreitung dieses Systems noch gering.

 

  • Leica hat nunmehr in Fortsetzung ihrer Traditionslinie eine digitale Meßsucherkamera mit höchstem Qualitätsanspruch mit Vollformat-Sensor auf den Markt gebracht. Diese Kamera erlaubt den Einsatz der M-Objektive, Der Preis dieses Systems verhindert eine weite Verbreitung.

 

  • Erwähnt werden sollen auch die digitalen Mittelformat-Kameras, die zu einem sehr hohen Preis gigantische Auflösungen (derzeit ca. 60 Megapixel) erlauben. Diese Kameras sind als System aufgebaut, erlauben also die Zusammenstellung aus verschiedenen Komponenten. (z.B. Balgen zum Kippen oder Verschieben der optischen Achsen. Aufgrund des Gewichts und der Bedienbarkeit sind diese Kameras nur bedingt mobil...

Kameras sind Werkzeuge, die dem Fotografen helfen, seine Vorstellungen zu realisieren. Mit diesem Werkzeug muß der Fotograf umgehen können. Der Fotograf wächst in seinen Fähigkeiten. Das Kamerasystem sollte gegebenenfals auf “Zuwachs” gekauft werden, wenn die Fotografie zum Hobby werden soll. Um die Leistungsfähigkeit digitaler Spiegelreflex-Kameras nutzen zu können, ist eine intensive Beschäftigung mit der Fotografie notwendig.

Bei der Auswahl einer Kamera kommt es nicht nur auf technische Daten und integrierte Funktionen und Features an, sondern auch auf die Handhabbarkeit. Jeder sollte verschiedene Modelle der ausgewählten Kategorie ausprobieren und sich die seinen Erfordernissen und ergonomischen Ansprüchen, sowie seinem Budget entsprechende Kamera aussuchen. Insbesondere bei den Kosten von Spiegelreflex-Kameras sollte die geplante Ausstattung inklusive aller später einmal geplanter Objektive berücksichtigt werden. Ein nachträglicher Systemwechsel geht erheblich ins Geld.

Nicht nur die Leistungsfähigkeit der Kamera bestimmt den Preis. Die verwendeten Materialien, und damit die Robustheit der Kamera und nicht zuletzt auch das auf der Kamera befindliche Typenschild sind erhebliche Preisfaktoren. Im Web existieren umfangreiche Vergleichtests, die dazu dienen können, die Leistungsfähigeit einer Kamera bzw. des Kamerazubehörs  zu beurteilen. Professionelle Kameras sind oftmals deutlich schwerer.

Pusteblume (Lumix DMC-TZ3) Paerchen (Lumix DMC-TZ3)
schnell durch (Lumix DMC-TZ3)

Obige Aufnahmen wurden mit einer Kompaktkamera “Lumix DMC-TZ3” gemacht.

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