Holger Schmidt-

anspruchsvolle

Fotografie


seit der Neugestaltung der Homepage am 25.11.06

Statement - RAW-Daten

Mehrfach bin ich gefragt worden, ob und wann es sinnvoll ist, RAW-Daten zu speichern.

Ich persönlich arbeite je nach Motiv sowohl mit RAW- wie auch mit jpg-Daten. Beide Datenformate haben ihre Vor- und Nachteile:

JPG-Daten:

können von jedem Bildbearbeitungsprogramm (und das wohl auch noch in vielen Jahren) geöffnet werden. Sie benötigen relativ wenig Platz. Die Daten des Sensors werden durch die in der Kamera integrierte Firmware teilweise mit komplizierten Algorithmen bearbeitet. Kameraspezifische Probleme können so per Software ausgebügelt werden. Bessere Kameras erlauben das Verändern von Bearbeitungsparametern. Diese können teilweise Filmtypen entsprechend als Sets oder Profile zusammengefaßt gespeichert werden. Die Daten werden mit 8 Bit je Farbkanal verlustbehaftet komprimiert gespeichert um Platz zu sparen. Die daraus resultierenden Bildverluste sind in schwierigen Bildpartien sichtbar. Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung mittels entsprechender Software am PC sind teilweise (z.B. bei in der Kamera nachgeschärften Aufnahmen oder unterbelichteten Aufnahmen)  begrenzt. Es ist mit diesem Datenformat ein sehr zügiger Workflow möglich.

RAW-Daten

werden in kameraspezifischen Formaten gespeichert. Sie enthalten die verlustftrei komprimierten unveränderten Sensordaten. Bei digitalen Spiegelreflexkameras werden die Daten üblicherweise mit 12 oder mehr Bit je Farbkanal gespeichert. Mittels spezieller Programme werden aus diesen Kameradaten Dateien in üblichen Formaten (jpg oder tif) gespeichert. Die RAW-Konvertierungssoftware muß nun die bei jpg-Dateien in der Kamera vorgenommenen Bearbeitungsschritte ausführen. Die Qualität des RAW-Konverters beeinflußt also unmittelbar die Bildqualität. Der Spielraum bei der Bearbeitung der Bilddaten ist aufgrund der höheren Farbtiefe der RAW-Daten deutlich größer. Sollen die zahlreichen Konvertierungsparameter bei jedem Bild einzeln manuell optimiert werden, muß bei jedem Bild mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Minuten gerechnet werden. Die so erzielbaren Resultate sind bei kritischen Motiven (hoher Kontrastumfang, grelle Farben, Farbverläufe,...) deutlich besser als bei JPG-Dateien. Es können aus einer Bilddatei mehrere verschiedene jpg-Dateien generiert werden (z.B. verschiedene Belichtungskorrektur) ohne daß die RAW-Datei verändert wird. Manche RAW-Konverter enthalten Korrekturdatensätze für optische Fehler der verwendeten Objektive. Damit lassen sich bestimmte optische Fehler (Vignettierung, Verzerrung, ...) verlustarm aus den RAW-Daten herausrechnen. Das dng-Format erlaubt nach einer Konvertierung der kameraspezifischen RAW-Formate das Ablegen in einem standartisierten RAW-Datenformat.

Einige Kameratypen erlauben das parallele Abspeichern der Daten eines Bildes in beiden Formaten parallel.

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