Holger Schmidt-

anspruchsvolle

Fotografie


seit der Neugestaltung der Homepage am 25.11.06

Statement - Vollformat oder Crop

Welches Sensorformat bei einer Kleinbild - DSLR?

Bei der Mehrzahl der Kameras ist der der Bilderfasssung dienende Sensor deutlich kleiner als ein Kleinbild-Negativ (24 x 36 mm). Dadurch ergibt sich bei digitalen Spiegelreflexkameras gegenüber analogen Spiegelreflexkameras der Bildeindruck einer verlängerten Brennweite. Der Faktor, um den sich die Brennweite scheinbar verlängert, der Cropfaktor, ist abhängig von der Sensorgröße. Die Tele-Wirkung wird verstärkt, die Weitwinkel-Wirkung abgeschwächt. Normale Kleinbildobjektive projizieren ein Bild in der Größe eines Kleinbild-Negativs. Ein Crop-Sensor nutzt von diesem Bereich nur das mittlere optische “Sahnestück”. Um Kosten zu sparen, bzw. für das gleiche Geld eine bessere Bildqualität zu erzielen,  wurden Objektive entwickelt, deren Bildkreis auf den Sensor begrenzt ist. Diese sind nur an den entsprechenden Crop-Sensoren nutzbar. Der Cropfaktor verschiedener Digital-Kamerasysteme liegt bei 1:2,  1:1,3 1:1,5 1:1,6... Die Schärfentiefe läßt sich nicht wie die scheinbare Brennweite mittels Cropfaktor umechnen. Das ist der Grund dafür, daß die eigentlich nur z.B. 8 mm Brennweite der Objektive diverser Taschen-Knipsen ein von vorne bis hinten scharfes Bild liefern...

Einen Sonderfall stellen die ursprünglich ausschließlich von Canon  eingesetzten Vollformat-Sensoren dar Inzwischen bieten alle großen Kamera-Systemhersteller derartige Sensoren bei ihren Spitzenmodellen an. Diese Sensoren haben fast die Größe eines Kleinbild-Negativs. Im Gegensatz zu Negativ- oder Diafilm ist dem Sensor die Richtung des Lichteinfalls nicht egal. Ein durch die optische Konstruktion des Objektives bedingter schräger Lichteinfall auf den Randbereich des Sensors führt zu einem Lichtabfall auf die Bildecken zu (Vignettierung). Diese läßt sich meistens durch Abblenden reduzieren. Insbesondere Weitwinkeloptiken neigen zu diesem Effekt. Spezielle für Digitalkameras gerechnete Objektive versuchen, diesen Effekt durch parallelen Strahlverlauf vom Objektiv zum Sensor zu reduzieren. Zoomobjektive mit weitem Brennweitenbereich sind schwieriger optimal zu konstruieren als Festbrennweiten, die nur für eine Brennweite gerechnet werden müssen. Für die Arbeit mit selektiver Schärfe ist eine Kamera mit Vollformatsensor besonders gut geeignet.  Je kleiner das Sensorformat, je höher die Auflösung um so höher die Pixeldichte und damit die Neigung zum Bildrauschen. Kameras mit Vollformat-Sensoren sind recht kostspielig, benötigen einen erstklassigen Objektivpark und sind damit eher für Profis oder engagierte Fotoamateure prädestiniert. Crop-DSLR’s bieten gute Bildqualität zu günstigen Preisen. Die Einsteigermodelle sind meistens mit preiswerteren Gehäusen und geringfügig reduzierter Ausstattung limitiert. Profimodelle sind schwer, sehr robust, haben oft keinen eingebauten Blitz, keine Motivautomatiken und sind für den Einsteiger weniger geeignet.

Digitale Mittelformat-Kameras verwenden meistens nicht das von analogen Mittelformat-Kameras übliche Format (wie z.B. 6 x 7 cm) sondern einen Crop-Bereich (wie z.B. 3,6 x 4,8 cm) Üblich beim Mittelformat sind Kamerasysteme, die nach einem Baukasten-System aufgebaut sind (separate Sucher, Objektive, Mittelteile, Filmkassetten. Viele digitale Mittelformat-Kameras ersetzen die Filmkassette einer analogen Kamera durch ein sogenanntes Digital-Back, welches den Sensor und ggfs. einen entsprechenden Prozessor sowie ein Speichermedium enthält. Teilweise werden die Digitalbacks auch direkt an einen Computer angeschlossen, auf den sie die Bilddaten übertragen. Digitale Mittelformatkameras erreichen mittlerweile 60 Megapixel und dürften aufgrund des Preises sowie ihrer Unhandlichkeit speziellen professionellen Anwendungen vorbehalten bleiben.

 

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